05. November | 20.00 Uhr | ZGK, Scharnweberstr. 38 (Berlin-Friedrichshain)
Es ist wieder TKA-Tresen und wir haben Debora Eller zu Gast.
“Queering Holocaust”? – Erinnerungskultur zwischen Anerkennung und Diversifizierungstrend
In den letzten Jahren hat sich das öffentliche Erinnern an den Holocaust deutlich verändert. Die Verfolgung homosexueller Männer im NS wurde lange beschwiegen und nun langsam berücksichtigt.
Neuerdings wird häufig auch von queeren Holocaust-Opfern gesprochen. Diese Verschiebung wird vielerorts als notwendige „Diversifizierung“ des Gedenkens verstanden. Dabei scheint die Anerkennung verschiedenster Opfergruppen ein Anliegen zu sein. Doch gleichzeitig gerät dadurch die Auseinandersetzung mit dem, was der Begriff Holocaust eigentlich bezeichnet, die Ermordung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden durch die Nationalsozialisten, zunehmend ins Hintertreffen. Der Vortrag kritisiert diesen erinnerungspolitischen Trend.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Konsequenzen es hat, wenn die Auseinandersetzung mit Antisemitismus durch die Betonung anderer Opfergruppen an Spezifik verliert und was mögliche Gründe für diese Entwicklung sind.
Debora Eller ist Soziologin und Publizistin. 2025 gab sie den Sammelband „Das Subjekt Frau“ mitheraus.
Außerdem publiziert sie zu den Themen feministische Theorie, Kritik des Antisemitismus und Psychoanalyse.
Der Raum ist im 1.OG, leider nur über eine Treppe erreichbar und damit nicht barrierefrei.
Während der Veranstaltung rauchfrei, danach darf geraucht werden.
07. November | 14.00 Uhr | Ehemaliges Jüdisches Waisenhaus, Berliner Str. 120/121 (nahe U- und S-Bhf. Pankow)
Unser historischer Rundgang basiert auf der Forschung der Shoah-Überlebenden und langjährigen Ehrenvorsitzenden der VVN BdA Pankow, Dr. Inge Lammel († 2015). Wir werden verschiedene Stationen in Alt-Pankow erkunden, z. B. ehemalige Synagogen, Wohnhäuser und jüdische Wohlfahrtseinrichtungen. Zu diesen Orten bietet der Rundgang allgemeine historische Informationen, aber auch persönliche Lebensgeschichten und historisches Bildmaterial. So macht der etwa einstündige Rundgang das einst vielfältige jüdische Leben in Pankow sichtbar
09. November | 17.30 Uhr | Mahnmal Levetzowstraße (Berlin-Moabit)
Kundgebung in Gedenken an die Novemberpogrome 1938 und anschließende antifaschistische Demonstration